Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft eG

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Auszüge aus dem Lagebericht 2008

Geschäft und Rahmenbedingungen

Die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft eG ist eine eingetragene Genossenschaft mit Sitz in 19059 Schwerin, Leonhard-Frank-Straße 35. Sie zählt zu den größten Wohnungsbaugenossenschaften in Mecklenburg-Vorpommern. Hauptgeschäftsfeld und traditionelles Ziel wirtschaftlicher Aktivität ist die Vermietung von qualitativ gutem und preiswertem Wohnraum, insbesondere für die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen. Die Genossenschaft bewirtschaftet ausschließlich eigene Bestände in mehreren Stadtteilen der Landeshauptstadt Schwerin.

Die seit 2005 bestehende positive Geschäftsentwicklung hat sich auch im Jahr 2008 fortgesetzt. Der bilanzielle Eigenkapitalanteil der Genossenschaft konnte auf 37,1 Prozent erhöht werden. Darüber hinaus haben sich die langfristigen Verbindlichkeiten um 4,1 Mio. € auf einen Anteil von 57,3 Prozent an der Bilanzsumme vermindert. Die Genossenschaft erwirtschaftete einen Jahresüberschuss von 1.013 T€ und lag damit leicht unter dem Ergebnis des Vorjahres (1.137 T€). Die Entwicklung des Geschäftsverlaufs entsprach den Unternehmenszielen und Erwartungen. In vollem Umfang wurde die von uns geplante Stärkung der Ertragskraft der Genossenschaft erreicht.

Im Eigentum der Genossenschaft befanden sich Ende 2008 insgesamt 9.576 Wohnungen mit 540.468 m² Wohnfläche (2007: 9.696 mit 546.075 m² Wohnfläche). Darüber hinaus wurden eigene Bestände an 40 Gewerbeeinheiten, 8 Gemeinschaftseinrichtungen und 6 Gästewohnungen sowie 39 Garagen und 2.034 PKW-Stellplätzen verwaltet. Weiterhin verfügt die Genossenschaft über zwei überwiegend eigen genutzte Bürogebäude.

Im Geschäftsjahr wurden 111 Wohnungen durch Abriss bzw. Rückbau vom Markt genommen. Durch Umbau, Teilung bzw. Zusammenlegung verminderte sich der Wohnungsbestand um sechs, durch Umnutzung als Nachbarschaftstreff bzw. als Gästewohnung um drei weitere Wohnungen. Der Gesamtbestand an Wohnungen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 120 Wohnungen, die Wohnfläche um 5.607 m² vermindert.

Mit dem Abriss und Rückbau der nicht mehr benötigten Wohnungen hat sich der Leerstand von 13,3 Prozent Ende 2007 auf 12,9 Prozent Ende 2008 vermindert. Von den insgesamt 1.234 am 31.12.2008 leer stehenden Wohnungen sind weitere 278 Wohnungen zum Abriss/Rückbau bzw. Umbau vorgesehen. Die Genossenschaft rechnet damit, dass die zahlreichen Vorhaben des Stadtumbaus und die Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung dazu beitragen werden, den Leerstand 2009 deutlich zu vermindern. Bis Ende des Jahres wird die Leerstandsquote auf etwa 10,7 Prozent sinken.

Die Zahl der Wohnungswechsel lag mit 860 Fällen unter dem Niveau des Vorjahres. (2007: 955). Die Abnahme gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere auf weniger Umzüge innerhalb der Genossenschaft zurückzuführen. Die ermittelte Fluktuationsquote beträgt 9,0 Prozent (2007: 9,8 Prozent) und ist im Vergleich zu anderen Vermietern unterdurchschnittlich.

Die Sollmiete entwickelte sich 2008 positiv. Die durchschnittliche monatliche Wohnungsmiete (Nettokaltmiete) erhöhte sich von 4,46 € im Jahr 2007 auf 4,49 € im Jahr 2008. Insgesamt erzielte die Genossenschaft auch nach Abgang von 5.607 m² Wohn- und Nutzfläche im Geschäftsjahr einen Ertragszuwachs von 148 T€.

Im Jahr 2008 wurden die Umbau- und Modernisierungsvorhaben im Bestand umfänglich fortgeführt. Wie geplant wurden jedoch deutlich weniger Investitionen als im Vorjahr getätigt. Die im Geschäftsjahr insgesamt aufgewendeten Mittel in Höhe von 4,2 Mio. € (Vorjahr 9,3 Mio. €) betreffen ausschließlich nachträgliche Herstellungskosten für Wohngebäude (3,7 Mio. €), Anlagen im Bau (Außenanlagen 0,4 Mio. €) und Bauvorbereitungskosten (0,1 Mio. €). Für diese Investitionen wurden Zuschüsse in Höhe von 0,9 Mio. € erstattet (Vorjahr 0,2 Mio. €). Die Finanzierung erfolgte mit hohem Eigenmitteleinsatz und zinsgünstigen Landes- sowie KfW-Darlehen.

Seit 2004 engagiert sich die Genossenschaft in enger Kooperation mit der Landeshauptstadt Schwerin mit vorbildlichen Konzepten an der Umsetzung des Stadtumbaus in Schwerin. In ausgewählten Quartieren des Stadtteils Neu Zippendorf findet ein umfassender Umbau mit Aufwertungsmaßnahmen statt, der die Zukunftsfähigkeit dieses Wohngebietes nachhaltig sichert. Bis Ende 2007 stand im Schwerpunkt der baulich-räumlichen Quartiersentwicklung das Vorhaben „Neues Wohnen an der Tallinner/Vidiner Straße.

Anfang 2007 hat die Genossenschaft mit der „Wohnanlage Wuppertaler Straße / An der Bosselmannstraße“ ein neues Stadtumbauvorhaben begonnen. Der Standort ist ebenfalls in Neu Zippendorf, in unmittelbarer Nähe des Schweriner Sees. Im Gegensatz zum Vorhaben Tallinner/Vidiner Straße ist hier die Zielstellung, ein familien- und altengerechtes Quartier mit generationsübergreifendem Ansatz zu entwickeln. Wie bei den anderen Vorhaben wurden durch Gebäuderückbau, Veränderung von Grundrissen, Wohnungssanierung, den Anbau von Personenaufzügen und Erkern sowie mit dem Aufbau eines Staffelgeschosses ganz neue Wohnqualitäten geschaffen. Bis Ende 2007 wurden im ersten Bauabschnitt 82 Wohnungen umgebaut bzw. neu erstellt, davon 30 altengerecht und 9 Wohnungen im Staffelgeschoss. Alle Wohnungen waren umgehend vermietet.

Mit dem zweiten Bauabschnitt wurde im September 2008 insgesamt 40 Wohnungen, davon 12 altengerechte mit Betreuungsangebot und das neue Nachbarschaftszentrum an die Mieter übergeben. Bereits hier wurde die Variante des Rückbaus von fünf auf drei Vollgeschosse bei variabler Grundrissgestaltung praktiziert, die auch in den nächsten Projekten in diesem Quartier fortgeführt wird.

Für ihr Engagement und ihre Rolle bei der Entwicklung von zukunftsfähigen Projekten im Stadtumbau Neu Zippendorf wurde die SWG mit dem „Genossenschaftspreis Wohnen 2008“ ausgezeichnet. Sie wurde Preisträger im Themenfeld „Genossenschaften als Partner der Kommunen“.

Die Aufwendungen für Instandhaltung und Instandsetzung lagen leicht über dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt wurden Fremdkosten in Höhe von 4.270 T€ aufgewendet. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr (4.243 T€) resultiert aus gestiegenen Aufwendungen bei der Vermietung nach Wohnungswechsel.

Die Planungen der Genossenschaft bei Abriss, Teilrückbau und Modernisierungen konnten vollständig umgesetzt werden. Insgesamt wurden im Zeitraum Mai 2003 bis Dezember 2008 dreizehn Gebäude mit 700 Wohnungen vollständig abgerissen und bei zehn Gebäuden insgesamt 215 Wohnungen teilweise zurück gebaut. Damit wurden insgesamt 915 Wohnungen vom Markt genommen.

Die Genossenschaft hat ihr Rückbaukonzept fortgeschrieben. Auch nach Auslaufen der Altschuldenhilfe ist im Wohngebiet Mueßer Holz der Abriss weiterer Häuser mit insgesamt 240 Wohnungen vorgesehen. Gemeinsam mit den Ämtern der Stadt und der städtischen Gesellschaft soll die Fläche zur neuen Wohnbebauung, vor allem für Eigenheime entwickelt werden.
Von unseren 65 Arbeitnehmern waren am 31.12.2008 im kaufmännischen Bereich 31 Mitarbeiter tätig, weitere 17 im technischen Bereich (einschließlich der Hausverwalter) und 17 Mitarbeiter in der Regieabteilung (einschließlich Hausmeister und Reinigungskraft) beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr wurde die Anzahl der Beschäftigten um vier Arbeitnehmer vermindert.

Am Grundgedanken der Genossenschaften orientiert und um gute nachbarschaftliche Beziehungen gegen die Anonymität in den Wohngebieten aufzubauen und zu pflegen, wurden bisher sechs Nachbarschaftstreffs sowie zwei kleine Gemeinschaftseinrichtungen gegründet und durch die Genossenschaft ausgestattet. Das neueste Projekt befindet sich in der Wuppertaler Straße 53. Hier entstand aus einem zurück gebauten Plattenbau ein modernes Nachbarschaftszentrum.

Partner bei der Betreuung aller Nachbarschaftstreffs ist der Verein „Hand in Hand – nachbarschaftliches Wohnen in der Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft e.V.“ Der Verein wurde auf Initiative der Genossenschaft 1998 gegründet mit dem vorrangigen Zweck Gemeinschaften und Nachbarschaften in den Wohngebieten zu fördern. Er hat sich als verlässlicher Partner etabliert und leistet vor allem in den Wohngebieten Neu Zippendorf, Weststadt und Großer Dreesch hervorragende Arbeit.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Bilanzsumme der Genossenschaft hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,28 Prozent bzw. 3,8 Mio. € auf 300,2 Mio. € vermindert. Der Rückgang ist wesentlich auf das Anlagevermögen zurück zu führen, da die Investitionen im Geschäftsjahr deutlich unter den Abschreibungen lagen.
Auf der Kapitalseite wuchs das Eigenkapital um 378 T€ auf 111,4 Mio. €, so dass sich die Eigenkapitalquote von 36,5 Prozent Ende 2007 auf 37,0 Prozent Ende 2008 erhöht hat.
Die langfristigen Verbindlichkeiten beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 172,2 Mio. € und lagen damit um 4,1 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 176,3 Mio. €.

Die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft eG konnte ihre finanziellen Verpflichtungen im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit fristgerecht erfüllen.
Der Cashflow nach DVFA/SG erhöhte sich von 9.058 T€ im Vorjahr auf 9.942 T€ im Berichtsjahr. Nach planmäßiger Tilgung stand der Genossenschaft ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 3.510 T€ zur Verfügung, so dass zur Finanzierung der Investitionen neben den valutierten Fremdmitteln ausreichend Eigenmittel zur Verfügung standen. Der Finanzmittelbestand erhöhte sich im Geschäftsjahr um 1.203 T€.

Das Jahresergebnis 2008 weist einen Überschuss von 1.013 T€ aus. Dieser resultiert aus den Überschüssen in der Hausbewirtschaftung und dem sonstigen Geschäftsbetrieb.
Das Ergebnis des Geschäftsfeldes Hausbewirtschaftung hat sich 2008 verbessert. Dazu haben vor allem die gegenüber dem Vorjahr um 255 T€ reduzierten Zinsaufwendungen beigetragen. Positiv ist ebenfalls zu vermerken, dass die Nettokaltmieten um 132 T€ leicht gestiegen sind und die Aufwendungen für die Instandhaltung auch nach dem weiter durchgeführtem Rückbau etwas über dem Vorjahresniveau lagen.

Auf Beschluss von Vorstand und Aufsichtsrat wurden vom Jahresüberschuss satzungsgemäß 114 T€ in die gesetzliche Rücklage und 899 T€ in die anderen Ergebnisrücklagen eingestellt.

Risikobericht

Die Genossenschaft verfügt über ein effizientes Risikomanagementsystem, das kontinuierlich überprüft und den sich verändernden Bedingungen angepasst wird. Kernstücke bilden die strategische Unternehmensplanung und das Controlling. Zum frühzeitigen Erkennen von Risiken werden wesentliche Aufgabenbereiche vom Vorstand selbst wahrgenommen bzw. ihm direkt zugearbeitet. Planung, Controlling und die Berichterstattung werden ständig weiter qualifiziert, insbesondere um mögliche Veränderungen in der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage rechtzeitig zu erkennen sowie negative Entwicklungen abzuwenden.
Neben den internen werden auch externe Kennzahlen wie Arbeitslosigkeit und Rückgang der Bevölkerung in der Region, die Entwicklung des Zinsniveaus und des lokalen Wohnungsmarktes in die Betrachtung einbezogen und beobachtet.

Zusammenfassend sind für die nächsten drei Jahre keine Risiken zu erkennen, die zu einer ungünstigen Entwicklung im Unternehmen mit negativer Beeinflussung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen könnten.

Prognosebericht

Um dem deutlichen Überangebot an Wohnraum in Schwerin zu begegnen, wird die Genossenschaft auch zukünftig im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) den vorgesehenen Beitrag durch Abriss von Wohngebäuden und Teilrückbau leisten. Dabei hat sich unsere langfristige Strategie mit der Konzentration auf Umbau und Modernisierung in ausgewählten Wohnstandorten bei einem hohen Anteil der Schaffung von altengerechten Wohnungen im Bestand bewährt und wird konsequent weiter geführt. Gleichberechtigt zu diesem Segment wollen wir durch den Umbau zu Mehrgenerationshäusern die Nachfrage von jungen Familien mit Kindern und Singles anregen, um durch verschiedenartige Wohnformen die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern. Die ersten Wohnanlagen mit unterschiedlichen Wohnformen wurden fertig gestellt und durch das mit Bundesmitteln geförderte Nachbarschaftszentrum ergänzt.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass unter der schwierigen Vermietungssituation differenzierte Modernisierungskonzepte und Mietangebote erstellt werden müssen. Neben hochwertigen Modernisierungen mit Grundrissänderungen werden zunehmend Qualität, Service und Wohnumfeld von Bedeutung sein. Die Genossenschaft hat sich hier entsprechend positioniert, was bei Mitgliedern, Neukunden und in der Kommune sehr positiv aufgenommen wird.

Die Investitionstätigkeit der Genossenschaft wird in den nächsten zwei Jahren erneut den Schwerpunkt in der Qualitätsverbesserung des vorhandenen Wohnungsbestandes haben. Die Genossenschaft plant darüber hinaus den Erwerb von bebauten Grundstücken mit darauf befindlichen unsanierten Gebäuden sowie den Erwerb unbebauter Grundstücke von der Landeshauptstadt Schwerin im Gesamtvolumen von ca. 1,5 Mio. €.

Für das laufende Geschäftsjahr und das Jahr 2010 erwartet die Genossenschaft einen positiven Verlauf ihrer Entwicklung mit zufriedenstellenden Jahresüberschüssen.

Der Cashflow (DVFA/SG) wird weiterhin bei über 9 Mio. € jährlich liegen, so dass ausreichend Liquidität zur planmäßigen Tilgung und Eigenmittel zur Finanzierung der Vorhaben zur Verfügung stehen. Strategisches Ziel der SWG bleibt weiterhin, freie Liquidität für die zusätzliche Tilgung von Darlehensverbindlichkeiten einzusetzen.

 
 

Schwerin, d. 31.03.2009

SCHWERINER WOHNUNGSBAU-

GENOSSENSCHAFT EG

Der Vorstand

Wollmann     Schumann     Steiger

Vergleich Angaben in Tausend €
  31.12.08 31.12.07
Bilanzsumme 300.239 304.027
Anlagevermögen 282.008 288.617
Forderungen aus
Vermietung
300 321
Geschäftsanteile
der Mitglieder
9.963 10.283
Eigenkapital
insgesamt
111.444 111.066
Rückstellungen 2.480 2.579
Verbindlichkeiten
gegenüber
Kreditinstituten
171.935 176.031
Aufwendungen
- für Umbau/
komplexe
Modernisierungen/
Wohnumfeld,
Grundstücks-
erwerb
4.192 9.420
- für
Instandsetzung/
Instandhaltung
4.946 4.928
Jahresüberschuss
/Jahresfehlbetrag
1.013 1.137
  Anzahl
  31.12.08 31.12.07
Wohnungen 9.576 9.696
Mitglieder 10.916 11.045
Mitarbeiter 65 69
Azubis 4 4
Wohnungswechsel
im Jahr
860 955